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Mittwoch, 08.09.2010
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Ausflugtipp

Kanaren: Sterne beobachten La Palma

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Die Geschichte der kanarischen Inseln

Die Geschichte der Kanarischen unterscheidet sich schon aus geografischen Gründen stark von denen der anderen spanischen Regionen auf der iberischen Halbinsel.

Über die erste Besiedelung der Kanaren ist zeitlich nichts bekannt. Es gibt viele Vermutungen und Hinweise, dass es sich um Berberstämme aus Nordafrika handeln könnte. Die aktenkundig belegbare Geschichte der Kanarischen Inseln beginnt erst mit der Eroberung des Archipels durch den Normannen Jean de Béthencourt Anfang des 15. Jahrhunderts. Ab hier beginnt auch die offizielle Geschichtsschreibung.

Béthencourt wurde vom kastilischen König Heinrich III. unter dem Deckmantel christlicher Mission, aber doch eher aus wirtschaftlichem Interesse, auf die Kanaren geschickt. Die Inseln hatten für die spanische Krone auch eine strategische Bedeutung, gerade auch in Bezug auf die Expeditionen zu den neuen Kolonien.

Die Eroberung aller Inseln dauerte fast ein Jahrhundert, von der ersten Ankunft Béthencourts 1402 auf Lanzarote, bis zur Unterwerfung der letzten Insel Teneriffa durch Alonso Fernández de Lugo 1496. Während dieser Zeit ging die bis dahin noch steinzeitliche Kultur der Guanchen, der Ureinwohner der Inselgruppe, nahezu verloren, einerseits durch massive Unterdrückung der Eroberer, andererseits durch Interesse der Altkanarier an mitgebrachten Neuerungen. Seit dem Ende der Eroberungszüge 1496 gehören die Kanaren zu Spanien.

Die neuen Herren über die Inseln verschrieben sich fortan der Umsiedlung der Altkanarier innerhalb des Archipels, verkauften sie als Sklaven aufs Festland und setzten die Bewohner einem verstärkten Assimilationsdruck aus.

Im Zuge dieser Politik übernahm die einheimische Bevölkerung weitgehend die fremde Kultur und Sprache, so dass sie bereits 1514 den Spaniern rechtlich gleichgestellt werden konnte. Sie wurde Teil des etablierten Feudalsystems. Das 16. Jahrhundert zeichnete sich durch eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft aus, vor allem durch die Anpflanzung von Zuckerrohr. Die Zuckerindustrie geriet allmählich in eine Krise und man begann auf eingeführte Nutzpflanzen wie Kartoffeln und Mais umzuschwenken.

Im 19. Jahrhundert öffneten sich die Inseln und schlossen einen Kompensationshandel mit Frankreich und England ab, bei dem sie vor allem den roten Cochenille-Farbstoff exportierten. 1852 wurde der Archipel zur Freihandelszone erklärt.

Nach dem Tod der spanischen Diktators Francos 1975 wurden die Kanaren mit Spanien eine parlamentarische Demokratie. 1982 wurden die Kanarischen Inseln autonom. 1986 erfolgte mit Spanien der Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft.