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Samstag, 31.07.2010
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Die Autonome Region Galicien

Das westlich von der asturischen Plattform gelegene Galicien besteht aus den Provinzen La Coruña, Lugo, Orense und Pontevedra.

Mit der Hauptstadt Santiago de Compostela findet sich in Galicien nicht nur das Ende des Pilgerweges, auch den Reisenden wird schnell bewusst, wie abgeschieden diese Region liegt. Die Landschaft ist mit ihrer etwa zwölfhundert Küstenkilometern sowie ihren fjordähnlichen Einbuchtungen (rías) und dem saftigen Grün des Binnenlandes ist überwältigend schön. Sehenswert ist unter anderem die Costa da Morte, die Todesküste sowie die Rías Altas bei A Coruña. Haupteinnahmequelle ist der Fischfang.

Die Folklore des Landes spiegelt sich in den Gesängen und Liedern, bei denen der Dudelsack und farbenfrohe alte Volkstrachten benutzt werden.

Die Verwaltung

Folgende vier Provinzen bilden gemeinsam die autonome Region: Ourense, Lugo, A Coruña und Pontevedra.

Das wichtigste offizielle Organ der autonomen Region, das gleichzeitig das Leben der Galicier regelt, ist die Xunta de Galicia. Artikel 1 des Autonomiestatuts vom 6. April 1981 legt fest, dass Galicien eine “historische Nation” sei, die sich “mit diesem als Grundgesetz fungierenden Statut als autonome Region konstituiert, um so im Einklang mit der Spanischen Verfassung eine eigene Regierung zu bilden”.

Gemäß dem Autonomiestatut wird die Regierungsgewalt der autonomen Region von der Xunta, dem Parlament und dem Präsidenten ausgeübt. Galiciens Parlament verfügt über 75 Abgeordnete, die alle vier Jahre gewählt werden. Der galicische Regierungschef wird von den Parlamentsabgeordneten ebenfalls für vier Jahre gewählt.

Gastronomie und Essen

Ihre gute Küche ist einer der touristischen Stützpfeiler der Region Galicien. Die ausgezeichnete Qualität und die Vielfalt der lokalen Produkte dienen als Grundlage für die verschiedenartigsten Köstlichkeiten und Gerichte, die dort zubereitet und serviert werden.

Die Produkte Galiciens, sowohl aus dem Ackerbau als auch aus der Viehzucht und vor allem die Produkte des Meeres, besitzen besondere Eigenheiten, unter denen die hervorragende Qualität hervorzuheben ist.

Infrastruktur

Die autonome Region Galicien zeichnet sich dadurch aus, dass sie über exzellente Verkehrsverbindungen und Transportmittel verfügt. Das Straßen- und Eisenbahnnetz und die Transportwege über Land und Luft verbinden diese Region Spaniens gut mit dem Rest des Landes bzw. der Welt.

Galicien verfügt über fünf der wichtigsten Handelshäfen Spaniens (Vigo, Ferrol, Marín, Vilagarcía de Arousa und A Coruña), außerdem über Fischer-, Sport- und Privathäfen, die von der Gesellschaft Portos de Galicia (Häfen Galiciens) verwaltet werden.

Informationen zur Region

Verwaltungssitz: Santiago de Compostela
Präsident: Emilio Pérez Touriño (PSdeG)
Fläche: 29.574 km²
Einwohnerzahl: 2.771.341
Bevölker.-dichte: 93,7 Einw./km²
Autonom seit: 28.04.1981
Amtssprache: Spanisch und Galicisch

Geografie

Die autonome Region Galicien liegt im Nordwesten der Iberischen Halbinsel und ihre Küsten werden vom Golf von Biscaya und vom Atlantik umspült. Sie grenzt im Norden an den Golf von Biscaya, im Osten an Asturien und Kastilien-León, im Süden an Portugal und im Westen an den Atlantik.

Die Küste Galiciens kennzeichnet sich durch hohe Klippen und tief ins Land reichende Meeresarme. Gemeinhin werden zwei Abschnitte unterschieden: 'Rías Altas' (Cedeira, Ortiguiera, O Barqueiro, Viveiro, Foz und Ribadeo u.a.) und 'Rías Baixas' (Muros y Noia, Arousa, Vigo und Pontevedra). Die Meeresarme zwischen diesen werden je nach Abschnitt 'A Costa da Morte' (Corcubión, Camariñas y Corme und Laxe) und 'Rías del Golfo Ártabro' (Ferrol, Ares y Betanzos und A Coruña) genannt.

Ihr Relief lässt sich wiederum in drei Zonen unterteilen: In der ersten, die an Asturien und León grenzt, befinden sich die höchsten Punkte dieser Region: Pena Trevinca (2095 m), Penarrubia (1826 m) und Cabeza de Manzaneda (1778 m). Die zweite umfasst das Zentrum Galiciens. Die Berge sind hier niedriger.

Die dritte Zone schließlich ist die Küstenregion mit ihren bekannten Meeresarmen. Die galicischen Flüsse sind wasserreich und münden entweder in den Atlantik oder den Golf von Biscaya. Die ersteren sind länger und führen mehr Wasser.

Am wichtigsten sind der Miño und sein Zufluss Sil. Ebenfalls bedeutend sind der Ulla und der Tambre. Der bedeutendste in den Golf von Biscaya fließende Fluss ist der Eume, der in die Ría von Betanzos mündet.

Geschichte

Mal von seiner Rolle als Wallfahrtsort abgesehen, spielte Galicien auf der Weltbühne nie eine große Rolle. Von Kelten und später von germanischen Sueben besiedelt, bildetet es eines der letzten Bollwerke gegen die arabischen Eroberungen.

In Galicien wurden vereinzelt Spuren gefunden, die in das Spätpaläolithikum, zwischen 25.000 und 16.000 v. Chr. datiert wurden. Die ältesten Spuren menschlicher Aktivität wurden in Budiño, Porriño, gefunden und stammen aus der Zeit um 25.000 v. Chr. Ab 8000 v. Chr. sind die Funde von Steinwerkzeugen recht häufig. An der Küste wird seit dem Mesolithikum Fischerei betrieben.

Im 10. und 11. Jahrhundert war Galicien jeweils kurzzeitig ein selbstständiges Königreich. Im Jahr 1065 wurde Don García zum König von Galicien ausgerufen. Galicien war ansonsten Teil des Königreiches León. Im 13. Jahrhundert fiel Galicien zusammen mit León an die kastilische Krone.

1833 wurde das Königreich Galicien formell aufgelöst und in vier Provinzen aufgeteilt, die direkt der spanischen Zentralregierung unterstanden.

Die sich unter anderem aus der Abgelegenheit der Region ergebende wirtschaftliche Rückständigkeit Galiciens führte im 19. Jahrhundert zu dem Beginn einer Massenauswanderung. Zwischen 1836 und 1980 wanderten rund 2,5 Millionen Menschen aus. Das beliebteste Ziel war Lateinamerika (u. a. Argentinien, Brasilien). Als Resultat dieser damals beginnenden Auswanderungswelle leben noch gegenwärtig rund 1,4 Millionen Galicier (2003) in der Emigration, wobei mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Spanien etwa seit 1980 eine Rückkehrbewegung eingesetzt hat.

Im Zuge der Demokratisierung Spaniens in den 1970er Jahren wurde Galicien neben Katalonien, Navarra und dem Baskenland als eine der historischen Nationalitäten Spaniens anerkannt und erhielt deshalb 1980/1981 als eine der ersten Regionen Spaniens ein Autonomiestatut. Seitdem ist es eine der Autonomen Gemeinschaften Spaniens.

Die Jahre zwischen 1989 und 2005 waren dabei auf Ebene der Autonomen Gemeinschaft von einer klaren absoluten Mehrheit des konservativen Partido Popular unter dem Regierungschef Manuel Fraga Iribarne geprägt.

In den letzten Jahren gab es vor der Küste von Galicien mehrere Öltanker-Havarien. In das Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit gelangte insbesondere die schwere Havarie des Tankers Prestige im Jahr 2002 (siehe auch Ölpest). Diese war Ausgangspunkt für die umfassende Bürger- und Sozialbewegung „Nie wieder!“ (Nunca Mais).

Nach den Regionalwahlen von 2005 wurde die Regierung des Partido Popular durch eine Koalitionsregierung aus Partido Socialista de Galicia und Bloque Nacionalista Galego unter dem neuen Regierungschef Emilio Pérez Touriño abgelöst.