Staatsanwalt fordert 23 Jahre Haft für brutalen Mord an einem Obdachlosen

Über den Kopf hatte der Täter ihm einen Müllbeutel gezogen, Hände und Füße waren gefesselt und die Kleidung, die er auf dem Leib hatte, war völlig durchwühlt. So fanden Fahrradfahrer am 13.05.2009 den Leichnam des ermordeten Obdachlosen in einem Tunnel, den er sein Zuhause nannte.


Wie es scheint, war die Aussage des Obdachlosen, dass er einen großen Schatz daheim verborgen hätte, der Anlass zu seiner Folterung und späteren Ermordung. Die Tat ereignete sich in einem Tunnel bei Tías auf Lanzarote.


Angeklagt ist der 28-jährige Kolumbianer Stevens Díaz Giraldo. Ihm wird vorgeworfen, den Obdachlosen gequält zu haben, um aus ihm herauszubekommen, wo der Schatz versteckt ist. Da das Opfer, Victoriano Carmelo Rivero Pulido, nichts verraten wollte, schnitt der Täter ihm sogar einen Finger der rechten Hand ab, um ihn gesprächiger zu machen. Als er dann immer noch nicht plauderte, nahm der Täter seinen Kopf und schlug ihn immer wieder auf den Boden, bis er ins Koma fiel. Von unbändiger Wut angetrieben traktierte er den Schädel von Victoriano so lange, bis der Tot eintrat.


Verdächtigt wurde der Angeklagte auf Grund zweier Fingerabdrücke am Tatort. Einer befand sich auf dem Müllbeutel, den der Ermordete über den Kopf gezogen wurde und ein anderer auf der Trommel einer Waschmaschine, die sich am Tatort befand.
Der Angeklagte gibt zu seiner Verteidigung vor, dass jeder Zugriff auf seine Müllbeutel gehabt hätte, da er diese im Außenbereich der Schreinerwerkstatt seines Stiefvaters aufbewahrte, mit deren Reinigung er zur damaligen Zeit sein Geld verdiente. Er gab an nach, Spanien gekommen zu sein, um zu arbeiten und nicht um zu morden.


Zu Beginn der Ermittlungen gab es einen anderen Verdächtigen, der aber laut Polizeiangaben bereits nach 10 Minuten Vernehmung als Täter ausgeschlossen wurde. Die ersten Beweise für die Täterschaft von Stevens lagen 6 Monate nach der Tat vor.


Der Angeklagte beteuert immer wieder seine Unschuld und gibt an, das Opfer nicht gekannt zu haben und auch niemals am Tatort gewesen zu sein. Er war nach dem Tod seines Vaters, einem Polizisten, der ihm Ehrlichkeit und Lust an der Arbeit vermittelt habe, mit seiner Mutter nach Lanzarote gekommen und sei alles andere als ein Mörder. Die beiden waren gerade einmal zwei Monate vor der Tat in Spanien eingewandert.


Der Staatsanwalt forderte 23 Jahre Gefängnis für die äußerst brutale Tat. Die Verhandlungen, die am gestrigen Montag in der Hauptstadt Las Palmas begannen, werden sich voraussichtlich über die ganze Woche hinziehen, bis es zu einem Richterspruch kommt.



24.01.12 21:57

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