Farbenfroher und auch ernste Schwulen- und Lesbenparade in Madrid

MADRID / SPANIEN (04.07.2011): Madrid stand am vergangenen Samstag ganz und gar unter dem Zeichen der Schwulen und Lesben, die Gaypride in Madrid ist einer der größten Feiern für Homosexuelle in Europa.

Zehntausende feierten die "Manifestación Estatal del Orgullo Gay" (Staatliche Demonstration des Stolzen Schwulen) unter dem Motto "Salud e igualdad por derecho" (Gesundheit und Gleichheit als Recht).

Der bunte Marsch der Demonstranten, an dem neben den Schwulen, Lesben und Transsexuellen auch Familienmitglieder AIDS Infizierter teilnahmen, begann an der Puerta de Alcalá und führte die von 35 Wagen begleiteten Menschenmassen bis zur Plaza de España. Das Hauptaugenmerk galt der HIV Problematik. Angeführt wurde der Marsch von den Vertretern der wichtigsten Schwulen- und Lesbenorganisationen, auch der sozialistische Pressesprecher des Rathauses von Madrid, Jaime Lissavetzky, nahm an der farbenprächtigen Demonstration teil.

Antonio Poveda, der Präsident des Dachverbandes der Lesben, Schwulen, Transsexuellen und Bisexuellen erinnerte in Anspielung an der Kritik der Volkspartei zu homosexuellen Ehen, dass man keinen Schritt rückwärts gehen werde. Seit 2005 dürfen homosexuelle Paare in Spanien heiraten und Kinder adoptieren. Das spanische Parlament hatte das Gesetzt, allen Protesten der katholischen Kirche und der Konservativen zum Trotz, 2005 verabschiedet.

Viele der 35 Wagen zeigten Transparente gegen die Homosexuellenfeindlichkeit der Kirche und des Papstes. Es wurde ein Manifest verlesen, mit der Forderung, den Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen mehr Mittel und politische Entscheidungskraft zuzusprechen. In dem Text, äußerten sie den Wunsch, "laut vor dem Papst und der katholischen Hierarchie zu sprechen", wenn dieser im August anlässlich des Weltjugendtages in Madrid ist, "denn das Kondom zu verdammen, ist AIDS zu segnen". Ebenfalls kritisiert wurden die Kürzungen im Gesundheitswesen, gestrichene Präventationsmaßnahmen gegen diese Krankheit durch die Gemeinschaft von Madrid, werden letztendlich zu mehr an AIDS infizierten Menschen führen.

Die buntschillernde  Demonstration verlief bis auf einen kleinen Zwischenfall friedlich, in einer Straße hatten Anwohner Wasser auf vorbeiziehende Demonstranten geschüttet. 113 Menschen mussten medizinisch behandelt werden, viele unter ihnen hatten zu viel Alkohol getrunken oder Drogen konsumiert. Die Reinigungskräfte der Stadt hatten viel zu tun, 172.000 Kilo Abfall mussten nach der Parade beseitigt werden.



04.07.11 13:00

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