Der erste Hungerstreik Spaniens für die Tiere wurde erfolgreich beendet
MADRID / SPANIEN (23.05.2011): Beatriz Menchén, ehemalige Leiterin des "Centro de Animales de Getafe", hat ihren Hungerstreik am vergangenen Donnerstag beendet, nachdem das Rathaus von Getafe auf ihre Forderungen eingegangen ist.
Seit dem 26. April befand sich die Tierschützerin Beatriz Menchén aus Getafe im Hungerstreik. Es war der erste Hungerstreik für den Tierschutz in Spanien. Nachdem die städtische Auffangstation für herrenlose Hunde und Katzen vor einem halben Jahr der der privaten Firma Vetmovil übertragen wurde, schläferte diese Perrera wieder massenhaft Tiere ein. Ein Gedanke mit dem die Tierschützerin nicht leben wollte.
Am 16. Mai nahm das Rathaus von Getafe den Vertag mit der Firma Vetmovil zurück, man hatte "eine Serie von verwaltungstechnischen Unregelmäßigkeiten" entdeckt, allerdings keine Verstöße gegen das Tierschuztgesetz.
Nun wurde die Verantwortung für diese Perrera für 25 Jahre wieder Tierschützern übertragen, die versuchen neue Familien für die Tiere zu finden um die Euthanasie zu vermeiden. Für die spanischen Tierschütezr ist diese Entscheidung ein großer Schritt in die richtige Richtung, viele jubelten, allerdings ist es utopisch zu meinen, so etwas ließe sich heute auf morgen auf ganz Spanien umsetzen. Es gibt kaum eine Perrera, auch keine von Tierschützern geleitet, die nicht auch immer wieder Tiere einschläfert.
Diese Auffangstation ist aber nur eine von Hunderten, es sind viel zu viele Tiere die von ihren Besitzern im Stich gelassen zu werden, viel zu viele, um für sie eine Familie zu finden. Die sogenannten Perreras würden innerhalb kurzer Zeit aus allen Nähten platzen, wenn man das Einschläfern von einem Tag zum anderen einstellt. Aus 100 Hunden werden schnell 200, 300 und mehr, da es unmöglich ist für sie alle neue Familien zu finden. Für solche Mengen sind die Einrichtungen räumlich nicht ausgestattet, die Kosten wären enorm. Viele unvermittelbare Tiere müssten den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen, sicher auch keine tierschutzgerechte Lösung. In spanischen Perreras werden durchschnittlich 80 Prozent aller Tiere eingeschläfert, wenn Tierschützer die eine Perrera leiten behaupten, dass nicht eingeschläfert wird, entspricht dies meistens nicht der Wahrheit. Bei solchen Äußerungen besteht die Gefahr, dass diejenigen die ihr Tier in eine Perrera bringen kein schlechtes Gewissen haben, da sie ja der Meinung sind, der Hund oder die Katze werden adoptiert und nicht getötet.
Solange die Gesellschaft ihre Einstellung gegenüber Haustieren nicht ändert, ungewollte Würfe wie am Fließband produziert werden, Jäger ständig neue Hunde produzieren, ausprobieren und aussortieren, solange Kastrationen nicht gefördert werden und es keine Selbstverständlichkeit ist, verantwortungsvolle Hundehaltung für ein ganzes Hundeleben zu übernehmen, solange die Wegwerfmentalität unter der Bevölkerung nicht eliminiert wird, solange wird sich, gemessen an der Anzahl herrenloser Tiere in ganz Spanien, nicht viel für sie ändern.
Bis die Tötungsstationen und der Massenmord an gesunden Hunden und Katzen der Vergangenheit angehören, werden noch unzählige Jahre vergehen. Der Weg dorthin ist steinig und lang, zumindest wurde mit dem Hungerstreich von Beatriz Menchén den Tieren in Getafe geholfen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Problematik gelenkt.
23.05.11 09:01
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