Bilanz der Schneestürme in Katalonien: Ein Toter, Stromausfall und Verkehrschaos
Der Schneesturm brachte in den letzten beiden Tagen das öffentliche Leben in Katalonien fast zum Erliegen. Ein Todesopfer ist zu beklagen und 200.000 Menschen saßen fast 24 Stunden ohne Strom da. Auf den Autobahnen, Flughäfen und den Bahnverbindungen ging so gut wie gar nichts mehr.
BARCELONA/SPANIEN (10.03.2010): Der Schneesturm brachte in den letzten beiden Tagen das öffentliche Leben in Katalonien fast zum Erliegen. Ein Todesopfer ist zu beklagen und 200.000 Menschen saßen fast 24 Stunden ohne Strom da. Auf den Autobahnen, Flughäfen und den Bahnverbindungen ging so gut wie gar nichts mehr. Es gibt eine erste Bilanz nach den Schneefällen und dem Schneesturm in der Millionenmetropole Barcelona und in der autonomen Region Katalonien. In Katalonien selbst fiel so viel Schnee, wie seit zehn Jahren nicht mehr, in Barcelona wurde sogar ein 25 Jahre alter Wetterrekord gebrochen.
Das Schneechaos hat bislang ein Todesopfer gefordert. In Tordera, unweit von Barcelona, entdeckte man bei Aufräumungsarbeiten einen Toten, der unter Schnee begraben war und vermutlich erfroren ist. Zwar stehen die genauen Todesumstände noch nicht fest, da es an der Leiche aber keine Spuren äußerer Gewaltanwendung gibt, nimmt man an, dass es das erste Todesopfer von Schnee und Kälte in Spanien in diesen Tagen sein könnte.
Nun müssen die Gerichtsmediziner die Aufklärung bringen. Man geht zurzeit davon aus, dass der Mann stürzte und dann selbst nicht wieder aufstehen konnte und letztendlich dann an Unterkühlung gestorben ist. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten in diesem Gebiet Temperaturen von -6° C.
In Katalonien saßen während des Schneesturms 200.000 Haushalte ohne Strom da. Unter anderem hatten unter der Schneelast zusammengebrochene Bäume für den Stromausfall gesorgt. Und 100.000 Haushalte mussten auch noch ohne Telefon auskommen. Besonders betroffen von den Stromausfällen war die Provinz Girona. Hier hatte das Unwetter besonders heftig gewütet. Zum Teil sind bis heute noch nicht wieder alle Leitungen hergestellt.
Die 486 Schulen Kataloniens mussten während des Schneesturms geschlossen bleiben. Fast 170.000 Schüler konnten sich über den Schnee freuen, denn sie durften zu Hause bleiben. Eine Schule hatte wohl von der Wetterwarnung zu spät gehört, in Virolai mussten einige Kinder die Nacht im Schulgebäude verbringen.
Noch größer war das Chaos auf den Straßen. Die Autobahn AP-7, eine wichtige Verbindung von Frankreich bis in den Süden von Spanien musste wegen des Wetters geschlossen werden. Hier war vor allem der Bereich zwischen Maçanet de la Selva und La Jonquera nicht befahrbar.
Am Flughafen Barcelona musste zeitweilig der Flugverkehr unterbrochen werden. Die Folge waren gestrichene Flüge und stundenlange Verspätungen. Die Stadt Barcelona musste außerdem für Stunden den öffentlichen Nahverkehr einstellen. In Barcelona waren zehntausende Pendler eingeschneit, die Bahnhöfe mussten hier in Wartesäle umfunktioniert werden. Die Behörden richteten für betroffene Personen Notunterkünfte ein.
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