Katalonien: Montilla hat es nicht mehr eilig
Was der Wahlkampf so alles fertig bringt! Nachdem die katalanischen Politiker drei Jahre lang gewettert hatten, dass das spanische Verfassungsgericht sich noch immer nicht über das im Jahr 2006 verabschiedete Statut für Katalonien geäußert habe, scheint es Präsident José Montilla nun nicht mehr eilig damit zu haben.
BARCELONA (09.02.2010): Was der Wahlkampf so alles fertig bringt! Nachdem die katalanischen Politiker drei Jahre lang gewettert hatten, dass das spanische Verfassungsgericht sich noch immer nicht über das im Jahr 2006 verabschiedete Statut für Katalonien geäußert habe, scheint es Präsident José Montilla nun nicht mehr eilig damit zu haben. „Es ist mir gleich, wenn das Urteil in einem Jahr erteilt wird“ ließ er wissen. Es gehe ihm nur darum, dass dieser oberste Wächter über die Vereinbarkeit des Regionalstatutes mit der gesamtspanischen Verfassung das neue Statut gutheiße, „ganz gleich wann“. Politische Beobachter deuteten die ungewöhnlich stoische Ruhe Montillas als Teil der Strategie der katalanischen Sozialisten, lieber ohne Gerichtsurteil in den Wahlkampf zu ziehen als unter der Last eines Urteils, das wichtige Forderungen Kataloniens beschneiden würde. Gleichzeitig gab Montilla öffentlich zu, dass der zunehmende Gesichtsverlust des sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero einen gewissen Einfluss auf die Erfolgschancen der Sozialisten in Katalonien haben könne. Trotzdem: „die Bürger Kataloniens wählen nach dem, was die Regionalregierung in den letzten vier Jahren zustande gebracht hat“, so der Regionalpräsident.
Mit freundlicher Genehmigung von www.arena-info.com – ARENA - Der deutschen Tageszeitung für das Alt Empordà
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