Unwetter auf den Kanaren und Südspanien
Im sonnenverwöhnten Spanien bleibt es über die Weihnachtsfeiertage ungemütlich. In Südspanien und den Kanaren vermiesen Unwetter das Weihnachtsfest. Eine Wetterbesserung wird in den nächsten 48 Stunden nicht erwartet.
CADÌZ/KANAREN (25.12.2009): Wer dachte, dass man dem deutschen Winterwetter zu Weihnachten in Südspanien oder auf den Kanaren entkommen konnte, hatte die Rechnung ohne den Wettergott gemacht. Heftiger Sturm, zum Teil auch Tornados und Regen legten in Südspanien ganze Regionen lahm. In Andalusien richtete in der Region Cadíz ein Tornado schwere Schäden an Gebäuden an und unterbrach die Stromversorgung für Stunden.
Andalusien wurde gestern von heftigen Stürmen zusammen mit sintflutartigen Niederschlägen heimgesucht. Besonders betroffen war die Region um Cadíz. Hier beschädigte ein Tornado mehr als 100 Häuser zum Teil schwer. Zudem vielen in dieser Zeit Niederschläge von bis zu 54 Liter pro Quadratmeter. Regional kam es zu Überschwemmungen und einige Menschen mussten evakuiert werden. Kleinere Flüsse traten über die Ufer.
Rettungsmannschaften und Zivilschutz sind noch mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Der staatliche spanische Wetterdienst AEMET hat den Unwetteralarm mit der höchsten Stufe gelb bis morgen Abend für diese Region verlängert. Betroffen davon ist sowohl die Atlantik- als auch Mittelmeerküste. Nach Angaben der Polizei riss der Wirbelsturm Mauern um und entwurzelte Bäume. Zehntausende Bewohner umliegender Städte waren stundenlang ohne Strom.
17 Autobahnen und Fernstraßen in verschiedenen Teilen Andalusiens standen nach heftigen Regenfällen unter Wasser und mussten gesperrt werden. Fast in ganz Spanien herrschte an Heiligabend regnerisches Wetter. Auch auf den Kanaren herrscht das Wetterchaos. Besonders traf es dieses Mal die Insel La Palma. So fiel in der Nähe von Las Caletas binnen 24 Stunden 200 Liter Regen pro Quadratmeter. In der Gemeinde Mazo fielen allein in der Nacht schon 90 Liter pro Quadratmeter. 250 Menschen der Gemeinde mussten aufgrund des starken Sturms und heftiger Regenfälle evakuiert werden. Sie werden die Weihnachtsfeiertage voraussichtlich in der Kaserne von El Fuente verbringen müssen. Nach Angaben des Bürgermeisters, Gregory Alonso, seien 12 - 20 Häuser durch das Unwetter in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Schäden an der öffentlichen Infrastruktur, vor allem an Straßen und Bananenplantagen an der Küste, seien beträchtlich. Viele Straßen mussten komplett gesperrt werden. In El Puerto de Tazacorte wurde ein Tunnel völlig überschwemmt. Die Inselregierung hat den Notfallplan aktiviert. Den Einwohnern von Mazo und Fuencaliente wurde für 48 Stunden die Nutzung des Trinkwassers aus dem öffentlichen Netz untersagt, da Kontaminierungen des Leitungsnetzes durch die zahlreichen Erdrutsche nicht ausgeschlossen werden können. Starken Windboen mit Spitzen von bis zu 95 Km/h führten zu einer Vollsperrung des Flughafens. Zahlreiche Fluggäste können Ihren geplanten Weihnachtsbesuch nicht antreten. Eine Verbesserung der Lage ist noch nicht in Sicht. Das Unwetter führte immer wieder zu weitreichenden Stromausfällen auf La Palma, die teilweise den ganzen Tag anhielten. Mindestens 40 Prozent von La Palma waren ohne Stromversorgung. Vor allem im Süden der Insel wurden Telefonleitungen und das Mobilfunknetz in Mitleidenschaft gezogen, sodass über Stunden keine Kommunikation möglich war.
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