Spanische Opel-Arbeiter wollen Magna-Deal platzen lassen

MADRID: Jetzt haben die Gewerkschaften in Spanien die Bombe platzen lassen. Die spanischen Opel-Mitarbeiter haben den geplanten Kauf des Autobauers durch den Zulieferer Magna abgelehnt. Das jüngste Angebot des österreichisch-kanadischen Konzerns sei zurückgewiesen worden, sagte Julio Vela vom Betriebsrat des Opel-Werks im nordspanischen Figueruelas am Montag. Der nächste Schritt seien nun Streiks.

Seit vergangener Woche hatte es zahlreiche Treffen in Spanien zwischen der spanischen Regierung, Magna und Arbeitnehmervertretern gegeben. Magna will bisher 1.300 der 7.000 Opel-Stellen in Spanien abbauen und einen Teil der Produktion nach Deutschland verlagern.

Der Betriebsrat des spanischen Werks teilte mit, Magna habe nicht die gewünschten Antworten auf die Forderungen der Mitarbeiter geliefert. So seien unter anderem keine genaueren Angaben zum Umfang des geplanten Stellenabbaus sowie zu den exakten Regeln für das Ausscheiden von Mitarbeitern gegeben worden. In den kommenden Tagen werde zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen.

Das spanische Industrieministerium sagte auf Anfrage, es werde weiter als "Vermittler" zwischen den Parteien auftreten, um zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen. Und er weiß wovon er da spricht. Die Arbeitnehmervertreter haben bei dem Opel-Verkaufsverhandlungen kein Entscheidungsrecht. Man hatte sie eigentlich nur mit an den Tisch geholt, um den sozialen Frieden zu sichern. Jetzt läuft die Verhandlung mit den Gewerkschaften aus dem Ruder, und die spanische Regierung weiß, wie stark die Gewerkschaften im Land sind. Auf der anderen Seite ist dem spanischen Industrieminister auch klar, dass Magna solch ein Gezicke nicht ewig mitmachen wird. Opel-Standorte wie Antwerpen oder die in England und Deutschland würden sich freuen, wenn Magna Spanien völlig schließen würde. Dann wären auf Schlag mehr als 20.000 Mitarbeiter, die Zulieferer eingeschlossen, auf der Straße und das kann sich die spanische Regierung in der gegenwärtigen Krise gar nicht erlauben. Aus diesem Grund setzt man weiter auf Vermittlung. Doch wie lange wird dieser Burgfrieden noch halten? Deutschland drückt im Zeitplan auf die Tube und auch GM will die Opeltochter endlich loswerden.



19.10.09 15:18

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