Kampfstier in Spanien mit Lanzenstichen getötet

TORDESILLAS: Trotz Protesten von Tierschützern haben Bewohner der spanischen Kleinstadt Tordesillas nach altem Ritual einen Kampfstier mit Lanzenstichen getötet. Das umstrittene Spektakel findet alljährlich in der Stadt nordwestlich von Madrid statt. Dabei wird ein Stier aus der Stadt hinaus auf ein Feld getrieben und dort von - zum Teil berittenen - Lanzenträgern bekämpft. In diesem Jahr dauerte der Kampf 15 Minuten, bis der 540 Kilogramm schwere Stier «Moscatel» sein Leben gelassen hatte. 30 000 Zuschauer wohnten am Dienstag dem Spektakel bei.

Der «Toro de la Vega», wie das Fest genannt wird, ist heftig umstritten. Tierschützer hatten die Zeremonie am Sonntag auf einer Kundgebung als «brutal und barbarisch» bezeichnet und ein Verbot gefordert.

Die Regierung der Region Kastilien-León verlieh dem Ritual dagegen das Prädikat eines «Festes von regionalem touristischem Interesse». Die Bürgermeisterin von Tordesillas, María del Milagro Zarzuelo, meinte, das Tier müsse vor seinem Tod nicht leiden. Anders als beim normalen Stierkampf stehe es dem Menschen nicht in einer Arena gegenüber, sondern in der ihm bekannten, freien Natur.



17.09.09 09:12

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