Preise für spanische Eigenheime fallen im Rekordtempo
In Spanien hat sich der Preisverfall am Häusermarkt zu Jahresbeginn auf Rekordtempo beschleunigt. Das zeigen Zahlen, die gestern vom staatlichen Statistikinstitut INE gekannt gegeben wurden. Verkäufer unternehmen alles um ihre Immobilien an den Mann oder die Frau zu bringen. Auch Hauslotterien werden angeboten.
MADRID: Wie die nationale Statistikbehörde INE am Dienstag bekanntgab, brachen die Immobilienpreise im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 7,6 Prozent ein. Damit sind sie seit zwölf Monaten in Folge rückläufig. Im vierten Quartal waren die Preise um 5,4 Prozent gefallen. Ein schnelles Ende der Immobilienkrise ist nicht in Sicht. Experten der spanischen Bank BBVA erwarten einen Preisverfall von mindestens 30 Prozent im Vergleich zu den Höchstpreisen, die noch vor zwei Jahren bezahlt worden waren. Erst 2012 wird es nach ihrer Einschätzung zu einer Erholung in der spanischen Immobilienbranche kommen.
Die Preise für neue Häuser verbilligten sich im Quartal lediglich um zwei Prozent. Bei bestehenden Eigenheimen betrug der Preisverfall 12,5 Prozent. Die Wirtschaft in Spanien hatte jahrelang von einem Immobilienboom profitiert. In den zehn Jahren bis 2007 waren die Häuserpreise um mehr als das Dreifache gestiegen. In dieser Zeit wurde deutlich mehr gebaut als benötigt. Dann platzte die Blase und die von den USA ausgehende Finanzkrise verschärfte die Lage weiter. Derzeit sind mindestens 600.000 neue Häuser auf dem Markt, Angebot und Nachfrage gehen aber sehr weit auseinander.
Immobilienverkäufer gehen dabei auch andere, zum Teil illegale Wege, wie zum Beispiel Hauslotterien.
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