Jagd-Recht in Spanien: Was ist „Coto privado de Caza"?
BARCELONA / KATALONIEN / SPANIEN (10.02.2011): Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, was das Schild mit der Aufschrift Coto privado de caza bedeutet, welches einem bei jedem Spaziergang auf dem Lande begegnet. Wer genug Spanisch versteht, weiß immerhin, dass es sich hierbei um ein privates Jagdrevier handelt.
Was aber verbirgt sich rechtlich dahinter? Darf jeder ein solches Schild aufstellen und anschließend auf diesem Grundstück nach Herzenslust die Tiere vor die Flinte nehmen? Ganz so einfach ist es nicht, denn die Jagd in Spanien unterliegt einem dichten Regelwerk von Vorschriften.
Neben dem nationalen Jagdgesetz erlassen die autonomen Regionen Spaniens ihre eigenen Jagdverordnungen. Das Umweltamt erlässt jährlich die so genannte Orden de Veda. Hier sind insbesondere die Jagd- und Schonzeiten festgelegt.
Zur Jagd ist berechtigt, wer das 14. Lebensjahr vollendet hat und im Besitze der entsprechenden Genehmigungen ist (Waffenschein, Jagdausweis, Versicherung und anderes). Werden Schusswaffen benutzt, müssen Minderjährige jedoch von einem erwachsenen Jäger begleitet werden. Der erste Schuss darf eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang und der letzte eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang fallen.
Geschossen werden darf natürlich nicht überall. Das Jagdgesetz unterscheidet zwischen Gebieten, in denen die Jagd unter Beachtung der allgemeinen Regelungen grundsätzlich erlaubt ist, und anderen Gebieten, die bestimmten Regeln unterliegen, wie beispielsweise die Sicherheitszonen, die umfriedeten Jagdzonen und der umfriedete Privatbesitz.
In den Sicherheitszonen ist das Jagen strengstens untersagt. Zu den Sicherheitszonen gehören insbesondere die städtischen und die bewohnten ländlichen Gebiete, die öffentlichen Straßen und Wege. Der Jäger muss einen Sicherheitsabstand von mindestens 100 Metern zu Wohnhäusern einhalten. Selbstverständlich ist es untersagt, in die Richtung einer Sicherheitszone zu schießen.
Auf Antrag kann ein Gebiet als privates Jagdrevier ausgewiesen werden (Coto privado de Caza). Steht das Jagdrevier im Eigentum von nur einer Person, muss das Grundstück eine Mindestfläche von 250 Hektar aufweisen. Handelt es sich um mehrere Eigentümer, beträgt die Mindestfläche 500 Hektar. Die Schilder mit der Aufschrift Coto privado de Caza sind obligatorisch.
Daneben gibt es die örtlichen Jagdreviere. Diese werden von den Gemeinden und landwirtschaftlichen Genossenschaften genutzt und müssen eine Fläche von mindestens 500 Hektar für die Großwild- und 1.000 Hektar für die Kleinwildjagd aufweisen.
Schließlich gibt es noch so genannte soziale Jagdreviere, die dazu dienen, das Jagen zu erleichtern.
Im Schadensfall haftet der Jäger grundsätzlich für die Schäden, die er verursacht. Daneben haften jedoch auch die Eigentümer der Grundstücke, auf denen die Jagd legal ausgeübt wurde. Quelle: ARENA
10.02.11 11:49
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