Die Städte des Grünen Spaniens

- Quelle: OFICINA ESPAÑOLA DE TURISMO
Gijón, Avilés, San Sebastián, Santiago de Compostela und La Coruña haben sich zum neuen “Netz der Städte des Grünen Spaniens” zusammengeschlossen.
Das „Grüne Spanien“ steht für ein Spanien abseits der bekannten Urlaubsorte an Mittelmeer und Atlantik, abseits von Flamenco und Gitarrenklängen.
Für viele Reisende bedeutet es Aktiv-Urlaub in Galicien, Asturien, Kantabrien und dem Baskenland inmitten einer sattgrünen Natur, an unbekannten, natur belassenen Stränden, in ländlichen Unterkünften, alten Herrenhäusern und Bauernhäusern. Zum Grünen Spanien gehören aber auch Städte mit herrlichen historischen Vierteln, modernen Einkaufsgegenden und Museen, Galerien und Theatern. Daran möchte jetzt ein neuer touristischer Zusammenschluss erinnern.
Die fünf Gründerstädte Gijón, Avilés, San Sebastián, Santiago de Compostela und La Coruña hoffen, dass sich in naher Zukunft weitere Städte des grünen spanischen Nordens der neuen Vereinigung anschließen. Wer mit im Bunde sein möchte, muss mehr als 75.000 Einwohner haben und über mehr als 500 Betten in Hotels von mehr als drei Sternen verfügen.
Zweifelsohne eine der bekanntesten Städte des Grünen Spaniens ist San Sebastián im Baskenland. Die Stadt mit einer langen Fremdenverkehrstradition hat nicht nur den Ruf einen der schönsten Stadtstrände mit dem Strand La Concha zu besitzen. Sie ist auch eine der Städte, in der man bestens die hervorragende baskische Küche probieren kann. So besteht eine Lieblingsbeschäftigung der Einwohner von San Sebastián darin, in die „Txikitos“ zu gehen und die berühmten „pintxos“ – baskische Tapas - mit einem Glas Txakoli, dem typischen spritzigen Weißwein der Region, zu genießen.
Überhaupt macht das Promenieren in San Sebastián Spaß, ob auf der Promenade an der Concha entlang, über die Avenida de la Libertad oder die Avenida Boulevard. San Sebastián ist mondän und weltoffen, nicht nur während dem Internationalen Filmfestival im September, wenn bekannte Schauspieler und Regisseure mit ihren Filmen um die Concha de Oro, die „Goldene Muschel“, wetteifern.

- Quelle: OFICINA ESPAÑOLA DE TURISMO
Den besten Überblick über die Stadt verschafft man sich von ihrem Hausberg, dem Monte Igueldo. Zu seinen Füssen liegt am Ondarreta-Strand die Bronzeskulptur „El Peine“ von Chillida, ein Windkamm, durch den an den rauen Herbsttagen der Wind bläst und sein Konzert veranstaltet.
Konzerte ganz anderer Art kann man im hochmodernen Kursaal, dem neuen Kongresspalast des Architekten Rafael Moneo, erleben. Das neue moderne San Sebastian will mit Errungenschaften dieser Art an die blühende und aristokratische Ära des 19. Jahrhunderts anschließen, als San Sebastian sommerlicher Treffpunkt der High Society Spaniens war. Noch heute ist dieses Flair entlang der Promenaden und Prachtstraßen mit ihren Herrenhäusern, Gartenanlagen und alten eleganten Hotels zu spüren.
Auch Gijón in Asturien, der Sitz der neuen Städtevereinigung, versprüht ein besonderes, maritimes Flair. Eine Stadt der Seeleute und Fischer, aber auch der Industrie und Arbeiter, eine Stadt des Handels mit modernen Geschäften und Gebäuden. Schon von weitem sieht man die sich zum Meer hin öffnende Skulptur von Eduardo Chillida, die als „Elogio del Horizonte“ als „Lob des Horizonts“ zu einem Symbol von Gijón geworden ist. Sie erhebt sich auf der Anhöhe Santa Catalina, nicht weit vom historischen Fischerviertel Cimadevilla entfernt.
Auf der anderen Seite des Hügels befindet sich der Yachthafen, an dem es sich herrlich flanieren lässt, nachdem man ein vorzügliches Fischgericht in einem der Restaurants im historischen Viertel probiert hat. Ein Bummel über den Rathausplatz, die Plaza Mayor, und dann noch die Stunden an einem der beiden Stadtstrände genießen, so etwa könnte ein Tag in Gijón aussehen.
Fährt man von Gijón über das Peñas-Kap weiter die Küste entlang, vorbei an den beiden hübschen Fischerdörfern Candás und Luanco, erreicht man Avilés, die drittgrößte asturische Stadt. Auffallend sind die wunderschönen Paläste wie der Palast von Valdecarzana, von Camposagrado oder der Palacio Valdés, der heute das städtische Theater beherbergt.
Von der Plaza de España aus lohnt es sich durch die Fußgängerzonen der Calles Galiana und Rivero und durch die mittelalterlichen Gassen wie die Ferrería Straße, die Calle Sol oder Calle Fruta zu schlendern. Und man sollte nicht versäumen, einen Blick in die prächtigen Kirchen von Avilés zu werfen, in die alte Kirche von Sabugo aus dem 13. Jahrhundert, die Alas-Kapelle oder die Franziskanerkirche, dem ältesten Gotteshaus der Stadt.
Zurück an der grünen Küste mit ihren weiten Stränden geht es weiter nach Galicien. Während die Küsten des Baskenlandes, Kantabriens und Asturiens nur ganz selten von einer Ria durchbrochen werden, ändert sich das landschaftliche Bild mit einem Mal. Eine dieser tief ins Land eindringenden Meeresbuchten wechselt sich mit der nächsten ab. Man kann sich kaum satt sehen an den grünen Landschaften mit ihren still daliegenden, tiefblauen Wasserflächen. Vorbei an den Rias von Ferrol, von Betanzos und von La Coruña taucht bald die gleichnamige Stadt La Coruña selbst auf. „Hier ist niemand ein Fremder“ lautet der Leitsatz der galicischen Stadt am Meer. Und genau dieses Gefühl stellt sich ein, wenn man die weltoffene, an drei Seiten vom Meer umgebene Stadt betritt.
Zwei sehr gegensätzliche Bauwerke charakterisieren La Coruña: Der von den Römern erbaute steinerne Herkulesturm, der als Leuchtturm dient, und die gläsernen Galerien der Seepromenade Avenida de La Marina. Galerien und Säulengänge bestimmen das Bild des María Pita-Platzes, wo sich der elegante Stadtpalast aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts befindet. Auf der Labañou-Promenade erhebt sich ein weiteres Wahrzeichen der Stadt: der 50 Meter hohe, ganz aus Felskristall hergestellte Millenium-Obelisk. La Coruña lädt nicht nur zum Einkaufen und Promenieren, sondern auch zum Besuch seiner kulturellen Highlights ein, ob es nun der Domus – das Haus der Menschheit - oder das Museum für Zeitgenössische Kunst „Unión Fenosa“ ist, oder ein musikalischer Abend im Teatro Colón.
Irgendwann erreicht jeder Jakobspilger das große Ziel und den Endpunkt aller Jakobswege, Santiago de Compostela. Die mächtige Kathedrale ist von weit her sichtbar. Auf der Plaza del Obradoiro im Herzen der Stadt geben sich die Pilger aus aller Herren Länder ein Stelldichein. Der Platz selbst gehört zweifelsohne zu den schönsten Spaniens. Er ist von großartigen Gebäuden umgeben: allen voran die Kathedrale, ihr gegenüber der Palast Pazo de Raxoi, Sitz des Rathauses und der Autonomieregierung von Galicien. Von seinem Dach aus beherrscht der heilige Jakobus als Maurentöter den Platz. Hinzu kommen das Parador-Hotel „Los Reyes Católicos“, ein ehemaliges Pilgerhotel, das ganz im plateresken Stil des 15. Jahrhunderts gebaut wurde und das San Jerónimo Stift, ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert. Am Rande des Platzes bewundert man den romanischen Palast Pazo del Gelmírez sowie das Fonseca-Stift im Renaissance-Stil.
Ist der Obradoiro-Platz sicherlich die prächtigste Plaza, ist sie doch nicht die einzige Plaza Santiagos, die das Herz des Besuchers höher schlagen lässt. Beeindruckend wirkt auch die steinerne Schlichtheit der Plaza de la Quintana mit ihrer Heiligen Pforte. Sie wird nur im Heiligen Jahr, wenn der Gedenktag des Jakobus am 25. Juli auf einen Sonntag fällt, geöffnet. Oder der stille Praterías-Platz mit seinem Brunnen. Hier inmitten der Jahrhunderte alten Gebäude, die die Geschichte des Völker verbindenden Jakobsweges erzählen, ist der richtige Ort, um die Reise abzuschließen. Egal ob man auf dem Jakobsweg gepilgert ist, einen Urlaub an einem der grünen Strände verbracht hat, oder einfach nur eine Tour durch die Städte des Grünen Spaniens unternommen hat.


