Ab La Jonquera längs der römischen Via Augusta

ALT EMPORDÀ / KATALONIEN / SPANIEN (24.04.2011): Wir befinden uns auf der römischen Via Augusta, einer Route von großer historischer Bedeutung, die sich einst von Cádiz bis nach Rom zog und die heute neu erschlossen werden soll.

Die von uns hier vorgeschlagene Wanderung entspricht dem Teilstück 24 dieses Wegs in Katalonien, dem letzten vor der Grenze nach Frankreich. Die Strecke verläuft zunächst weitgehend eben, steigt dann aber in ihrem letzten und interessantesten Teil bis zum Panissars-Pass erheblich an. Wir stoßen auf Reste der früheren römischen Straßendecke und sehen die Spuren, die dort im Lauf der Zeit Tausende von Wagen hinterlassen haben.

Anfahrt:
Die Anfahrt erfolgt über die Autobahn A-7 bis La Jonquera. Wir fahren ins Zentrum der Stadt, wo wir unser Auto hinter dem Rathaus auf dem bei der Plaça Nova ausgezeichneten Parkplatz neben dem Fluss kostenlos abstellen können.

Beginn:
Vom Parkplatz aus wenden wir uns der Carrer Major neben dem Kindergarten zu. Hier finden wir mit Hausnummer 2 Can Laporta, den Sitz einer Informationsstelle zu den Albera-Bergen.
Ab Can Laporta folgen wir der Carrer Major entlang der gelb-blauen Markierung und kommen im weiteren Verlauf in die Carrer Miquel Mateu i Pla. Hier biegen wir nach links ab und unterqueren durch einen Tunnel die Autobahn und die Nationalstraße N-II. Nun beginnt rechts ein (auch von Autos befahrener) unbefestigter Weg, der sich zwischen Olivenhainen und der Autobahn dahinzieht.

Weiterer Verlauf:
Nach etwa sieben Minuten stoßen wir auf eine große Kreuzung, an der wir uns rechts halten. 25 Meter weiter kommen wir zu einer weiteren Kreuzung, an der wir nun dem Wegweiser nach "Veïnat de Sant Julià" und den gelb-blauen Markierungen folgend nach links abbiegen. Bis wir zu einem erneuten Kreuzweg kommen, haben wir die Autobahn stets zu unserer Rechten. Nun aber biegt die große Piste scharf nach rechts ab, während ein anderer Pfad geradeaus weiterläuft. Wir nehmen den Weg in der Mitte, der uns unter der Autobahn hindurch hinunter zum Fluss bringt. Wir befinden uns bei Kilometer 3,3 unserer Route. Unterhalb einem Autobahnzubringer überqueren wir den Fluss und finden hier ein gelbes Hinweisschild mit der Aufschrift "Via Augusta". Wir setzen unsere Route links neben der Autobahn fort, bis wir zu einer weiteren Kreuzung kommen, bei der wir den asphaltierten Weg einschlagen müssen. Schließlich stoßen wir auf einen Wegweiser nach "Panissars" mit der Wegmarkierung, der wir im weiteren folgen. Hier beginnt nun der Anstieg zur Passhöhe. Zunächst kommen wir zu einem Platz mit einer Erinnerungsplatte an den Krieg gegen die französische Besatzung, und wenig später erreichen wir dann die Ruinen des Summum Pyrenaeum. Von hier aus ist es nun nicht mehr weit bis zum Panissars-Pass, von dem aus sich eine wunderschöne Aussicht über das Tal, nach Frankreich und auf die Autobahn bietet. Der Rückweg erfolgt über die gleiche Route.

Erweiterung der Route:
Wir haben einen Teil des letzten Teilstücks des Wanderwegs der Via Augusta in Katalonien zurückgelegt. Dieser Abschnitt beginnt weiter im Süden, bei Pont de Molins, von wo aus es zum Panissars-Pass 23,8 Kilometer sind. Von der Passhöhe aus können wir auch nach Frankreich überwechseln, wo die Route als Via Domitia geführt wird.

Kurioses:
Die Römer erreichten die Iberische Halbinsel gegen 218 v. Chr. über den Hafen von Empúries. Kaiser Augustus gab den Befehl zum Ausbau und der Erweiterung der alten Wege und somit zur Anlage der Via Augusta, einer großen Straße, die die Stadt Cádiz über 2.725 km hin mit dem Machtzentrum Rom verband. Die römischen Straßenbauer suchten stets nach weitgehend ebenem Gelände, so wie dies auch beim Panissars-Pass der Fall ist, der nur 568 Meter über dem Meer liegt. Die später angelegten Straßen und Autobahnen folgten der römischen Straßenführung. Aus diesem Grund verläuft diese Route auch weitgehend parallel zu diesen großen Verkehrsachsen der Neuzeit. Zur Neuerschließung der Via Augusta läuft zur Zeit ein großes EG-weites Projekt im Rahmen der europäi- schen Gemeinschaftsinitiative INTERREG III B. In Katalonien ist hierfür das Landesumweltministerium zuständig, das den Ausbau von insgesamt 24 Abschnitten plant, die das Land von Süd nach Nord durchqueren und dabei so wichtige Standorte wie das römische Tarraco, das heutige Tarragona passieren.

Beobachtungen und Empfehlungen:
Der Panissars-Pass ist von großer historischer Bedeutung. In einem Umkreis von 500 Metern finden wir die Reste verschiedener Ehrenmäler, darunter etwa die Pompei-Trophäen und den Cäsar-Altar. Man vermutet, dass diese heute weitgehend zerfallenen Bauwerke einst zur mansio des Summum Pyrenaeum gehörten. Zu sehen sind ferner die Ruinen des mittelalterlichen Benediktinerklosters Santa Maria de Panissars, das Fort de Bellegarde, eine französische Festung aus dem 17. Jahrhundert, sowie ein französischer Militärfriedhof. Ein Aufstieg zur Burg lohnt sich auf jeden Fall, nachdem sich von dort oben aus ein prachtvoller Blick auf den Canigó, das Roussillon und das Llobregat-Tal ergibt. In La Jonquera sollte die Ölmühle besucht werden, die sich im Gebäude der Informationsstelle zu den Albera-Bergen (Can Laporta) befindet. Hier orientiert man uns auch gern über weitere Wanderungen in diesem unter Naturschutz stehenden Bereich. Nicht weit entfernt liegt die Burg von Requesens, ein beeindruckendes Bauwerk mit zahlreichen Bauelementen zur Verteidigung.
Quelle:costbrava.org Quelle: ARENA



24.04.11 10:29

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