Roses– Festung an der Grenze
ROSES / KATALONIEN / SPANIEN: Roses war schon im Mittelalter eine umkämpfte und befestigte Ansiedlung. Dies hängt mit der Grenzlage zwischen Frankreich und dem Prinzipat Katalonien, zusammen. Außerdem war Roses Hafenstadt, von der aus die angrenzenden Küsten erreicht werden konnten. Diejenige Macht, die Roses besaß, hatte eine militärische Schlüsselstellung inne. Roses war sozusagen das Tor zu Spanien. So ist es verständlich, dass Roses auch in der Neuzeit umkämpft war, vor allem zwischen Frankreich und Spanien. Die Kämpfe hängen mit der europäischen Geschichte zusammen, in Roses spiegelt sich europäische Geschichte.
Kaiser Karl V., der sich in Auseinandersetzung mit dem französischen König Franz I. um die Vorherrschaft in Europa befand, erkannte die Schlüsselstellung Roses. Bei einem Besuch in Roses 1543 gab er den Befehl, das mittelalterliche Roses als „moderne“ Festung auszubauen. Auch der Überfall türkischer Korsaren unter Turgut Reis („Dragut“) auf Roses im selben Jahr zeigt die Notwendigkeit dieses Vorhabens. (Die Türken waren mit Frankreich verbündet.)
1544 beginnen die Arbeiten an der Zitadelle, die schließlich in 5-Eck-Form („Pentagon“) mit 5 vorspringenden Bastionen erbaut wird. Das System trägt der Entwicklung der Artilleriewaffen Rechnung. 1643 werden die Außenwerke in Angriff genommen.
Das Ende des 30-jährigen Krieges (1648 Westfälischer Friede), an dem Spanien sich beteiligt hatte, besiegelt den Niedergang Spaniens als Weltmacht und der habsburgischen Vormacht in Europa. Frankreich wird Zentralmacht. Unter Ludwig XIII. (1610-43) und dem Kardinal Richelieu (1624-1642) als leitender Minister wird der königliche Absolutismus ausgebaut. Frankreich „rundet“ seine Grenzen ab ( Pyrenäen und Rhein als Grenze – „Devolution“ – Rückgriff auf die „natürlichen“ Grenzen Galliens). Es greift nach dem Rossello und auch nach Katalonien. Ludwig XIV (1661-1715) und Kardinal Mazzarino (1643-1661) führen diese Politik fort. Katalonien fällt 1640-1652 vom spanischen Zentralstaat ab und verbündet sich mit Frankreich.
So wird es verständlich, dass Kardinal Mazzarino 1645 General Graf Plessis de Preslain den Befehl gibt, den spanisch-königlichen „Platz“ Roses zu erobern. 12 000 französische Sodaten mit 600 Pferden und 35 Schiffe stehen einer Besatzung von 3000 Männern mit 300 Pferden gegenüber. Die Belagerung endet nach 3 Monaten mit der Kapitulation der Zitadelle.
Am Ende zählt man 3000 Tote unter den Franzosen, 1500 unter den Spaniern. Die Zivilbevölkerung wird bei dieser und den späteren Belagerungen immer in Mitleidenschaft gezogen.
Roses bleibt bis 1660 unter französischer Herrschaft. Ein sichtbares „Denkmal“ dieser Zeit ist. das Wappen Mazzarinos und des Gouverneurs Montier (daneben eine Inschrift), die 1658 am sogenannten „Herz“ oder„Waschtrog der Königin“ an der Ecke eines Außenwerkes der nordwestlichen Flanke angebracht wurde. 1659 wird der „Pyrenäenfrieden“ geschlossen, der die Pyrenäen zur Grenze zwischen Frankreich und Spanien macht. Roses fällt an Spanien zurück. Autor: Dr. Wolfram Janzen Quelle: ARENA
21.02.11 08:50
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